Zum Jahresende endet das Projekt „Landesinitiative Mobilität Niedersachsen“

Aus 600.000 Euro Landesmittel in drei Jahren initiierte die Initiative Projekte in Höhe von 52 Millionen Euro. Alleine an Fördermitteln flossen 30 Millionen Euro nach Niedersachsen. Ein Resümee.

Logo Landesinitiative Mobilität Niedersachsen

„Die neue Landesinitiative Mobilität Niedersachsen wird über die nächsten Jahre hinweg Unternehmen zusammenführen, Projekte initiieren und begleiten sowie bereits bestehende Initiativen und Demonstrationsvorhaben ergänzen“, so Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in seiner Begrüßungsrede zum Auftakt der Landesinitiative am 17. Juni 2013 vor 150 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung im Sitzungssaal der Region Hannover. Und er sollte mit seiner Aussage Recht behalten. Die „Marke“ Landesinitiative Mobilität Niedersachsen hat sich nicht nur etabliert, sondern auch Millionen an europäische Fördermittel nach Niedersachsen gespült.

Hochqualifizierte Ingenieure gepaart mit erfahrenen Netzwerk- und Projektmanagern, Marketingexperten und Veranstaltungsfachkräften ergänzten sich und waren in der Lage, innovative Projekte, internationale Messeauftritte, Fachworkshops und –veranstaltungen nicht nur zu koordinieren, sondern auch inhaltlich zu begleiten. Dieses Merkmal entwickelte sich als größte Stärke der Landesinitiative Mobilität.

„Es ist wichtig, über erfolgreiche Projekte zu sprechen und offen in die Kommunikation zu gehen. Nur so erfahren auch andere Institutionen, dass die Landesinitiative existiert und ihnen helfen kann, Projekte auf die Straße zu bringen“, so Harry Evers, Sprecher der Landesinitiative Mobilität.

Hinter diesen Menschen stecken ebenso starke Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Mit der ITS automotive nord GmbH (früher ITS Niedersachsen GmbH), der Allianz für die Region GmbH, der Wolfsburg AG und dem Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik der TU Braunschweig stellte sich das Konsortium aus erfahrenen und renommierten Institutionen zusammen. Ergänzt wurde das Konsortium durch die Partner „Ingenieurbüro INGHA“ aus Rinteln und die „embeteco GmbH“ aus Oldenburg.

„Die Landesinitiative Mobilität hat sich zum Katalysator für die niedersächsische Mobilitätswirtschaft entwickelt. Technologien „Made in Niedersachsen“ wurden international überführt und weltweit eingesetzt“, so Thomas Krause, verantwortlich für die strategische Ausrichtung der Landesinitiative und spricht damit  die Überführung der niedersächsischen Technologie aus dem Projekt „E 3 Trail“ nach Nordamerika an.

Projekte initiieren für mehr Sicherheit und weniger Verkehrstote

Als zentraler Aufgabenbereich wurde das Thema „intelligente Mobilität“ vorangetrieben. Mit Projekten wie „Aufrüstung von Notrufsäulen zur V2I-Kommunikation an Autobahnen“ (oder kurz und sympathisch „ANIKA“) oder „eCall“, der Lebensretter im Auto der automatisiert bei Verkehrsunfällen die nächste Notrufleitzentrale über den Standort des  Verunglückten informiert, konnte die Landesinitiative ihren Anforderungen über erfolgreiche Projektinitiierungen Rechnung tragen.

Weitere Projekte wie „smartes Baustelleninformationssystem“ in dem es Bauträgern ermöglicht wurde, Lieferanten und Handwerker zielgenau an den richtigen Bauplatz in einem Neubaugebiet  zu navigieren sind nur ein kleines Beispiel. Ein weiteres Projekte wie „Smart Region Nordwest“ wurde in der Metropolregion Bremen Oldenburg initiiert, um ein Netzwerk aufzubauen und daraus weitere Projekte zu starten.

Insbesondere die Vernetzung der Mobilitätsforschung wurde zum wesentlichen Bestandteil der Initiative.

„Die Forschung ist ein zentraler Baustein für die Mobilität der Zukunft. In Niedersachsen gibt es viele kluge Köpfte die tagtäglich an zukunftsweisenden Fahrerassistenzsystemen, Online-Diensten oder intelligenten Lösungen für die Verkehrsflussoptimierung arbeiten“, so Prof. Dr. Jürgen Leohold, Leiter der Konzernforschung bei der Volkswagen AG. „Die Landesinitiative Mobilität hat dazu beigetragen, dass viele dieser Menschen sich gegenseitig austauschen, um gemeinsam an neuen Projekten zu arbeiten. Geforscht wird an vielen Stellen und die Vernetzung unserer intensiven Forschungslandschaft stellt einen wesentlichen Baustein für den Erfolg Niedersachsens und darüber hinaus dar“, so Leohold.

Insgesamt wurden von der Landesinitiative 22 Projekte angeschoben und bei Fördermittelgebern eingereicht. Davon wurden 10 Vorhaben bewilligt und 4 abgelehnt. Die restlichen Projektskizzen befinden sich Stand heute in der Antragsphase und werden auch nach Beendigung der Landesinitiative weiter begleitet.

Bestehende Initiativen und Programme ergänzt

Die Landesinitiative ergänzte bereits bestehende Programme der Landes- und Bundesregierung. Besonders das Niedersächsische Schaufenster Elektromobilität trug in den vergangenen Jahren zum positiven Bild Niedersachsens erheblich bei.

„Die Landesinitiative Mobilität Niedersachsen hat in den vergangenen Jahren maßgeblich zur erfolgreichen Positionierung Niedersachsens als zukunftsweisendes Mobilitätsland beigesteuert“, so Kai Florysiak, Geschäftsführer der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen GmbH. „Mit dem Schaufenster Elektromobilität der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg und der Landesinitiative Mobilität gab es in Niedersachsen zwei Programme, die sich in der inhaltlichen Ausrichtung perfekt ergänzt, starke Netzwerke aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand befördert und die Sichtbarkeit unserer Mobilitätsregion deutlich unterstützt haben. Daran gilt es anzuknüpfen.“

Das letzte ist zugleich das finanziell größte Projekt

Die Landesinitiative Mobilität hat im Sommer die Bewilligung des bis dato größten Förderprojektes erhalten, das maßgeblich in der Beantragung unterstützt wurde. Das über 30 Millionen Euro schwere Projekt I_HeERO dreht sich um die Einrüstung der Notrufleitstellen zur Einführung des automatischen Pkw-Notrufs „eCall“ in Europa. Für das Land Niedersachsen wurden im Zuge des EU-Programms „Connecting Europe" diese Mittel bei der EU-Kommission eingeworben. Alleine die Förderung aus dem Programm beträgt 16 Millionen Euro.

Einsatz und Ertrag. Das Land Niedersachsen als Gewinner. Zahlen, Daten, Fakten

Das Land Niedersachsen hat für die Initiative in den vergangenen Jahren rund 600.000 Euro bereitgestellt. Aus diesem Einsatz wurden in der dreijährigen Laufzeit Projekte in Höhe von  52 Millionen Euro initiiert, bewilligt und begleitet. Alleine die Förderung aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln betrug 30 Millionen Euro. Damit holte die Landesinitiative Mobilität das 50-fache des Einsatzes als Fördermittel nach Niedersachsen zurück. Und das ist auch nach Beendigung noch nicht alles: „Wir haben noch fünf weitere Projekte mit einem Gesamtvolumen von 18 Millionen Euro in aktuellen Antragsphasen. Hieraus können nochmal 12 Millionen an Fördermittel eingeworben werden“, so Hinrich Weis, Leiter der Geschäftsstelle der Landesinitiative.

Vom Mobilitätsforum über Fachveranstaltungen und Workshops bis hin zum internationalen Messeparkett

Egal ob internationale Messeauftritte in Dublin, Helsinki und Bordeaux oder nationale Messen in München, Hannover oder Wolfsburg: Die Landesinitiative hat auf den internationalen Bühnen in Kooperation mit dem Land Niedersachsen sich und seine Partner präsentiert, neue Kontakte geknüpft und innovative Projekte initiiert. Dabei standen die ITS Welt- und Europakongresse, die Transport und Logistik, die Hannover Messe Industrie und die Internationale Zuliefererbörse im Fokus.

Neben den Leitmessen standen auch qualitativ hochwertige Fachveranstaltungen mit international renommierten Gastrednern auf dem Programm. Kristian Villadsen, Architekt und Zukunftsforscher aus Kopenhagen, Prof. Dr. Martin Korte, Hirnforscher der TU Braunschweig, Prof. Dr. Jürgen Leohold, Leiter der Volkswagen Konzernforschung, Prof. Dr. Karsten Lemmer, Leiter des Instituts für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. und viele mehr setzten auf den Veranstaltungen der Landesinitiative wertvolle Impulse.

Doch nicht nur das Zuhören war Bestandteil der Veranstaltungen. Vor allem auf aktives Mitmachen und Erarbeitung neuer Themen legte die Initiative hohen Wert. Zahlreiche Workshops und Arbeitskreise bildeten die Plattform für zukünftige Kooperationen.  Insgesamt besuchten mehr als 2.500 Gäste die Fachveranstaltungen.

„Ich habe rund zwei Jahre am Arbeitskreis Gasantriebe der Landesinitiative Mobilität teilgenommen. Wir konnten dort hochqualifizierte Kontakte knüpfen und durch Vorträge und Exkursionen tiefere Einblicke in die Thematik gewinnen. Als besonderes Ergebnis haben die Wesermarsch u.a. aus dem Arbeitskreis ein Innovationsprojekt im Rahmen der ZIM-Förderung generiert. Wir würden uns freuen, wenn die Aktivitäten auch weiterhin Bestand haben würden“, so Jens Wrede, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wesermarsch.

Was bleibt?

Die initiierten Projekte, die erst kürzlich gestartet sind, enden Mitte 2018. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden maßgeblich der Verbesserung der verkehrlichen Situation und insbesondere der Verkehrssicherheit dienen. All diese Verbundprojekte haben Institutionen und Akteure zusammengeführt. An dieser zukünftigen Zusammenarbeit wird sich auch nach der Beendigung  nichts mehr ändern. Die Landesinitiative Mobilität wurde von den Unternehmen angenommen und hat sich mit den Jahren etabliert. Das Mobilitätsland Niedersachsen wurde nicht neu erfunden. Was sich jedoch neu entwickelt hat, war eine Plattform auf der sich gleichermaßen kleine Ingenieurbüros,  mittelständische Unternehmen und internationale Großkonzerne wiedergefunden haben. Denn wie bereits erläutert: Geforscht und entwickelt wird nicht zentral, sondern findet in vielen einzelnen klugen Köpfen statt. Und nur wenn diese Köpfe zusammenkommen entsteht das, was entstanden ist: Das international etablierte Mobilitätsland Niedersachsen. Daran gilt es anzuknüpfen.

Die Landesinitiative Mobilität Niedersachsen:

Harry Evers, Sprecher
Thomas Krause, Strategie
Hinrich Weis, Leiter der Geschäftsstelle
Thomas Ahlswede-Brech, Projektleiter Marketing & Kommunikation
Michael Nitsche, Projektmanagement
Jana Kallwies, Kommunikation & Marketing
Dr. Klaus Schaaf, Intelligente Infrastruktur
Dr. Kathrien Inderwisch, Neue Antriebe (ab Juli 2014)
Dr. Wolfgang Bartsch, Neue Antriebe (bis Juni 2014)
Dr. Norbert Handke, Intelligente Mobilität
Matthias Brucke, Intermodalität und Logistik (bis Juni 2015)

Ansprechpartner für die Presse:
Landesinitiative Mobilität Niedersachsen
Thomas Ahlswede-Brech | Projektleitung Marketing
Tel: +49 (0) 531 12 18 170 | Fax: +49 (0) 531 12 18 123
Mail: brech(a)landesinitiative-mobilitaet.de
www.landesinitiative-mobilitaet.de

 Mittwoch, 16 Dezember, 2015  10:51 [3 yrs]
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