Faßberg wirbt auf Berliner Luftfahrt-Messe um Investoren

„Es hat sich gelohnt”, resümiert Bürgermeister Frank Bröhl auf der ILA (Internationale Luft- und Raumfahrausstellung). Faßberg warb inmitten internationaler Luft- und Raumfahrtkonzerne um Investoren für seine zwei Gewerbegebiete. Mit einem knappen Dutzend Interessenten hatten der Bürgermeister Frank Bröhl und drei mitgereiste Faßberger Gespräche geführt. Es sind kleine Technologieunternehmen darunter und international agierende Konzerne. Nach der ILA werden die nun nach Faßberg kommen, um zu erkunden, wie sie sich in der Gemeinde einbringen können, in der sich alles um’s Fliegen dreht.

von links: Prof. Dr. Joachim Block, Frank Bröhl, Olaf Lies, Gehard Hewera, Oliver Ludwig //Bild: ©Celleheute

„Niedersachsen neigen eher zur Bescheidenheit,” sagt Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies am Donnerstagmittag auf der Internationalen Luftfahrt-Ausstellung in Schönefeld bei Berlin. Neben ihm steht Frank Bröhl, Bürgermeister von 6.120 Bürgern. Bröhl schaut dabei zu Boden. Hat er sich überhoben, als er seinem Gemeinderat vorschlug, den Ort auf der internationalen Messe für Ansiedlungen ins Spiel zu bringen? „Man muss aber auf sich aufmerksam machen”, fährt der Minister fort, „es ist die absolut richtige Entscheidung, sich hier zu präsentieren.” Bröhl lächelt bescheiden bei dem Lob.

Im „Chalet West”, einer aus Containern geschickt zusammengesetzten „Location”, die es erlaubt, mit Blick auf das Fluggeschehen ungestört geschäftliche Kontakte pflegen zu können, haben sich die Faßberger für einen Vormittag bei der Niedersachsen-Aviation eingemietet. Die Organisation entwickelt und begleitet Zukunftsprojekte für den Luft-und Raumfahrtstandort Niedersachsen. Frank Bröhl ist nicht allein gekommen, er hat die leitenden Köpfe der Aktivposten seiner Gemeinde mitgebracht: Vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR, Prof. Dr. Joachim Block, der auch dem Forschungsstandort Faßberg-Trauen vorsteht, Bundeswehr-Oberst Gerhard Hewera, den Standortältesten auf dem Fliegerhorst Faßberg sowie Oliver Ludwig, Leiter der Aktivitäten von Airbus Defence and Space in Trauen. Schon bald gesellen sich die angemeldeten Interessenten zu der Gruppe.

Professor Block schwärmt von Faßberg, wo seit den 30er Jahren an Strahlantrieben geforscht und gearbeitet wird. Es sei der einzige Ort in Deutschland, an dem auch heute noch Raketenantriebe erprobt werden könnten. Zwar hätte es einen langen Dornröschenschlaf gegeben, „aber Dornröschen ist gerade dabei zu erwachen”, sagt Block und wirbt um weitere Nutzer auf seinem Testgelände. Mieter ist auch die Raketen-Abteilung des französisch-deutschen Airbus-Konzerns.

Als zur Zeit erfolgreichste Entwicklung präsentiert Oliver Ludwig ein Rettungssystem, ausgerechnet für U-Boote: Resus. Es ist im Prinzip ein Raketenantrieb ohne Düse, der im Handumdrehen eingedrungenes Wasser aus dem Bootskörper ausbläst und das Auftauchen ermöglicht. Größter Arbeitgeber am Ort ist die Bundeswehr auf dem Fliegerhorst Faßberg mit dem Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe. 1.200 Auszubildende und Lehrgangsteilnehmer sind jederzeit in Faßberg anzutreffen, sagt Oberst Gerhard Hewera. Die Ausbildung sei europäisch zertifiziert, das Luftfahrtbundesamt wache über die Standards, die für das zivile wie das militärische Fliegen gleich seien. „So kennt man Faßberg überall, wo geflogen wird”, ist Hewera stolz. Gerade deshalb wolle er für eine starke Gemeinde mitarbeiten.

Bürgermeister Bröhl zeigt auf einem kleinen vierseitigen Faltblatt, wie zentral Faßberg zwischen den Luftfahrtschwerpunkten Hamburg, Braunschweig, Hannover und Bremen liegt. „Grundstückspreise zwischen 8,50 und 11,25 Euro pro Quadratmeter sollten auch keine Hürde darstellen und FTTB ist kein Problem, Glasfaseranschluss bis ans Haus. Durch die vielen Auszubildenden und Lehrgangsteilnehmer herrscht in Faßberg jugendliche Aufbruchstimmung, die Neuansiedlungen zu Gute kommt“, so Bröhl.

Wirtschaftsminister Olaf Lies ist nach einer knappen Stunde bei den Faßbergern angetan von den Potenzialen und gibt sich überzeugt, dass es mit Geduld und Durchhaltevermögen möglich sein werde, Arbeitsplätze gerade in dieser Region zu schaffen. Denn „die Rahmenbedingungen, die Faßberg bietet, sind nicht nur heute interessant, sondern vor allen Dingen für die Zukunft.” Forschen, Qualifizieren, Ausbilden und auch Entwickeln und Bauen seien in Faßberg hervorragend möglich, so Lies.

Beim Gruppenfoto auf der Terrasse des Chalets dringen heimatliche Geräusche an die Ohren der Faßberger, als Hubschrauber der Bundeswehr Rettungseinsätze demonstrieren. Nicht zuletzt ist auch das Transporthubschrauberregiment 10 „Lüneburger Heide” aus Faßberg mit einigen Maschinen auf der internationalen Luftfahrtmesse vertreten.

Am Abend hatten das Bundeswirtschaftsministerium und die fünf norddeutschen Bundesländer und Stadtstaaten zu einem ILA-Empfang in die Niedersächsischen Landesvertretung eingeladen. Vor dreihundert Gästen fasste Wirtschaftsminister Lies während seiner Ansprache Bürgermeister Bröhl ins Auge: Hier sei einer der zeige, „wie man auch von unten an die Lösung von Strukturproblemen und die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen herangeht“. Wieder überkommt Bröhl die niedersächsische Bescheidenheit, der die Umstehenden erst mal auf das folgende Buffet verweist. Dort gäbe es noch etwas ganz Originales aus Faßberg: Heidschnuckenfleisch. Über 30 Kilo hatten die Faßberger mitgebracht. Im Garten der Landesvertretung gegrillt, war es ausgezeichneter Gesprächsstoff, um auch über Investitionen zu sprechen.

Weitere Informationen zu Faßberg finden Sie unter www.fassberg.de

Die Orginal-PM finden Sie hier.

 Montag, 13 Juni, 2016  12:16 [3 yrs]
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