Die Corsair nimmt weiter Gestalt an

Der Prototyp des neuartigen Hochleistungsfliegers soll bereits im Frühjahr fertiggestellt sein. Das Land Niedersachsen fördert die Entwicklung des Flugzeuges der 120 kg-Klasse mit rund 374.000 Euro.

Die Corsair nimmt weiter Gestalt an // Bild: ©JH Aircraft GmbH

Die Rumpfkonstruktion stellte Jörg Hollmann, Inhaber der JH Aircraft GmbH, beim Jahresnetzwerktreffen der Landesinitiative Niedersachsen Aviation vor. Das Exponat war Publikumsmagnet und zog zahlreiche Aufmerksamkeit auf sich. Die Besucher überzeugten sich persönlich von dem geringen Gewicht der Konstruktion von nur ca. 10 kg. Schwerstes Bauteil ist bislang die Brandschutzplatte zwischen Motorraum und Cockpit mit einem Gewicht von 1,2 kg.

Der Rumpf entsteht in moderner Faserverbundtechnik unter Verwendung eines Kohlefaser-Fachwerks als tragende Primärstruktur. Ausreichend Stabilität und Festigkeit erzielt die Konstruktion dadurch, dass die Streben des Kohlefaser-Fachwerks mittels Rovings in einem Cobonding-Verfahren verbunden sind. Die von der AMM Enterprise GmbH erstellte und berechnete Konstruktion hat die durch die Hochschule 21 durchgeführten Bruchversuche bereits bestanden. Flügel und Leitwerke werden ebenfalls aus Kohlefaser hergestellt.

Bei Fertigstellung wird das Flugzeug ein Leergewicht von 110 bis 120 kg haben, bei einer maximalen Zuladung von 140 kg. Der Pilot wird in einem ergonomischen Sitz Platz nehmen, der sich in Höhe und Neigung justieren lässt. Ausgelegt ist das Cockpit für Piloten von 1,60 bis 2 Meter Körpergröße und einem Gewicht von bis zu 110 kg.

Durch die extreme Leichtbauweise wird die Corsair herausragende Flugleistungen vorweisen können, die in der Klasse der „leichten Luftsportgeräte“ einmalig sind. Die Corsair verbindet die Vorteile der geringen Beschränkungen hinsichtlich Zulassung und Flugbetrieb mit den leistungsstarken Flugeigenschaften von Flugzeugtypen höherer Klassen. Die Reisegeschwindigkeit von 168 km/h und zulässige Lastvielfache von +6 und -4 g sind nur zwei Merkmale, die auf die herausragende Leistungsfähigkeit der Corsair hindeuten. „Trotz der relativ hohen Endgeschwindigkeit wird die Corsair aber keine allzu hohen Anforderungen an die Piloten stellen, da die Mindestgeschwindigkeit mit nur 55 km/h recht moderat ausfällt“, so Jörg Hollmann, der in der ersten Jahreshälfte 2017 den Erstflug durchführen wird.

Neben den zahlreichen Hürden, die es im Zuge der Flugzeugentwicklung zu überwinden gilt, musste das Projektteam auch einen neuen Produktionsstandort finden. Dank tatkräftiger Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Grundstücks seitens der Stadt Buxtehude konnte die JH Aircraft GmbH bereits einen Neubau realisieren, der in Kürze bezugsreif ist. In Zukunft können in der Produktionshalle bis zu zwei Flugzeuge pro Monat gebaut werden.

Das Projektteam freut sich darauf, der Öffentlichkeit im Rahmen der AERO in Friedrichshafen ein neues, leistungsstarkes Flugzeug vorstellen zu können. Die Marktreife für Bausätze ist bereits für das Jahr 2017 geplant. Ab 2018 soll das Fertigflugzeug erhältlich sein.

Weitere Informationen sowie technische Daten finden Sie im Produktblatt und in der Präsentation vom Jahresnetzwerktreffen 2016 rechts unter "Downloads".

Über das Projektteam

Die Corsair wird in einem Kooperationsprojekt entwickelt bestehend aus der JH Aircraft GmbH, der Hochschule 21 aus Buxtehude und den auf Luftfahrt spezialisierten Engineering-Dienstleister AMM Enterprise GmbH.  

Niedersachsen Aviation hat die Projektentwicklung begleitet und unterstützt.

  • Die Corsair nimmt weiter Gestalt an // Bild: ©JH Aircraft GmbH
  • Die Corsair nimmt weiter Gestalt an // Bild: ©JH Aircraft GmbH
  • Die Corsair bei dem Niedersachsen Aviation Jahresnetzwerktreffen 2016 // Bild: ©Niedersachsen Aviation
 Mittwoch, 21 Dezember, 2016  11:51 [3 yrs]
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