Luft- und Raumfahrtindustrie 2016 weiter auf Erfolgskurs

BDLI-Branchendaten belegen starkes Wachstum und Rekordbeschäftigung.

Umsatz- und Beschäftigtenentwicklung 2012-2016 // Grafik: ©BDLI
  • • Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland baut Bedeutung als strategischer Standortfaktor aus
  • • Branchenumsatz erzielt erneut Allzeithoch mit 37,5 Mrd. Euro
  • • Beeindruckendes Umsatzwachstum von 8% im Vorjahresvergleich
  • • Beschäftigtenzahl verzeichnet mit 108.000 Mitarbeiter neuen Höchststand
  • • Weiterhin sehr ausgeprägte Forschungsintensität: 11% des Branchenumsatzes fließen in Forschung und Entwicklung

Allgemeine Branchenlage

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie hat sich im zurückliegenden Geschäftsjahr 2016 sehr gut entwickelt. Das Umsatzwachstum der Gesamtbranche betrug 8%, der Gesamtumsatz erreichte ein Allzeithoch von 37,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 34,7 Mrd. Euro). Die Gesamtbeschäftigtenzahl verzeichnete ein leichtes Plus von 1% mit 108.000 direkt in der Luft- und Raumfahrtindustrie Beschäftigten (Vorjahreswert: 106.800). Dieser Wert kennzeichnet einen neuen Höchststand der Beschäftigtenzahl. Der Exportanteil lag, gemessen am Umsatz der Gesamtbranche, bei 72%.

Die Zivilluftfahrt ist weiterhin das größte Einzelsegment der Branche. Global steigende Bestell- und Auslieferungszahlen führten zu einem Umsatzwachstum von 7% auf 27,1 Mrd. Euro. Gut 75.000 Menschen arbeiten in diesem Segment.

Die Militärische Luftfahrt verzeichnete ein Umsatzplus von 8 %. Der Umsatz stieg auf 7,5 Mrd. Euro. Die Beschäftigtenzahl erhöhte sich um 3% auf 23.800 Mitarbeiter.

In der Raumfahrt stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 17,3% auf 2,9 Mrd. Euro, die Zahl der Arbeitskräfte erhöhte sich um 5,7% auf 8.900 Beschäftigte.

Die industrieeigenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung liegen weiterhin auf sehr hohem Niveau. Sie umfassen ein Volumen von 4 Mrd. Euro; diese Zahl entspricht einem Anteil von 11% des Branchenumsatzes.

BDLI-Präsident Klaus Richter erklärte: „Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie setzte auch im Jahr 2016 ihren Erfolgskurs fort. Dies gilt gleichermaßen für alle unsere Branchensegmente. Zu diesem Ergebnis trugen die großen Hersteller ebenso bei wie unser leistungsfähiger, hochspezialisierter Mittelstand. Diese positive Entwicklung ist Innovation, unternehmerischer Weitsicht, gezielter politischer Unterstützung sowie der Qualifikation und dem Engagement unserer Mitarbeiter zu verdanken.“

Mit Blick auf die Zukunft führte er aus: „Deutschland und Europa sind in der Luft- und Raumfahrtindustrie weltweit mit führend. Dabei entwickelt sich unsere Industrie immer mehr zu einem strategischen Standortfaktor für Deutschland: Wir investieren stark in Forschung und Entwicklung. Unserer Industrie kommt bei Zukunftsthemen wie Industrie 4.0, 3D-Druck und Fabrik der Zukunft eine richtungsweisende Rolle zu – mit spill-over Effekten in andere Industrien.“

Richter mahnte: „Doch wir dürfen uns auf den Erfolgen keinesfalls ausruhen. Angesichts der wachsenden Konkurrenz aus aller Welt geht es in den kommenden Jahren vor allem darum, den Luft- und Raumfahrtstandort Deutschland wettbewerbsfähig und damit zukunftssicher zu machen. Dieses Ziel erreichen wir nur, wenn alle Beteiligten aus Industrie, Politik und Forschung an einem Strang ziehen. Die Bundesregierung sollte sich verstärkt für faire Wettbewerbsbedingungen (level playing field) weltweit einsetzen. Regulierungen müssen global erfolgen um Nachteile für den Wirtschafts- und Industriestandort zu vermeiden.“

Von besonderer Bedeutung ist für Richter, dass die Bundesregierung die Rolle des Koordinators für die Luft- und Raumfahrt nach der Bundestagswahl beibehält.

Ergebnisse nach Teilbranchen
Zivile Luftfahrt

Die zivile Luftfahrt konnte sich auch im vergangenen Jahr sehr gut entwickeln. Weltweit zunehmender Mobilitätsbedarf und der Ersatz von älteren Fluggeräten mit hohem Kerosinverbrauch durch die neueste lärmarme, kraftstoffsparende Flugzeuggeneration sind weiterhin wesentliche Wachstumstreiber. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7% auf 27,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 25,3 Mrd. Euro). Mit 72% Anteil am Gesamtbranchenumsatz bleibt die zivile Luftfahrt mit Abstand der größte Sektor der nationalen Luft- und Raumfahrtindustrie mit 75.400 Beschäftigten.

„Die vorausschauende und zielorientierte Unterstützung und Förderung der Bundesregierung hat nach wie vor einen kardinalen Anteil an der positiven Entwicklung dieses Branchensegments“, so der BDLI-Präsident. „Dabei leistet das Förderspektrum des BMWi, beginnend mit der Grundlagenforschungsförderung beim DLR über das Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo), das Darlehensprogramm Luftfahrzeugausrüsterprogramm bis hin zu den Markterschließungsreisen und dem Auslandsmesseprogramm einen unverzichtbaren Beitrag zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen im harten globalen Weltmarkt. LuFo-Fördermittel werden langjährig und damit für die Industrie und Forschungslandschaft planbar zur Verfügung gestellt. Das Luftfahrzeugausrüsterprogramm ermöglicht insbesondere unseren mittelständisch geprägten Zulieferern den Einstieg in auch risikoreiche Entwicklungsprogramme. Auch die Fortsetzung der Runden Tische, die das BMWi mit wesentlichen Akteuren der Branche initiiert hat, greift aktiv zukunftsweisende Themen wie Industrie 4.0, ziviles unbemanntes Fliegen oder Arbeit 4.0 auf. Diese Unterstützung benötigen wir, damit auch in Zukunft viele Innovationen ‚Made in Germany‘ in Produkte der Spitzentechnologie und damit in Markterfolge umgesetzt werden können.“

Volle Auftragsbücher und das Anheben der Produktionsraten bei allen Luftfahrzeugherstellern trugen auch 2016 zum Umsatzwachstum bei. Richter betonte: „Die Auftragsreichweite entspricht, gemessen nach heutigen Produktionsraten, etwa zehn Jahren und sichert langfristig Arbeitsplätze. Davon profitieren auch unsere Triebwerkhersteller und mittelständisch geprägte Zulieferunternehmen. Diese Auftragsreichweite ist ein Alleinstellungsmerkmal unserer Branche.“

Die Entwicklungsleistungen für wichtige zivile und auch militärische Flugzeugprogramme sind weitgehend abgeschlossen. Richter sagte: „Unsere Industrie investiert weiterhin - gerade auch im Vergleich zu anderen Industrien - stark in neue Technologien und Produkte in Hinblick auf die Entwicklung der nächsten Generation von Flugzeugen ebenso wie für Produktweiterentwicklungen für laufende Flugzeugprogramme. Ein wichtiger Bereich ist dabei auch die Einführung von Industrie 4.0 und Digitalisierung in Entwicklung, Produktion und Services. Diese Investitionen in Schlüsseltechnologien bilden auch künftig die Basis des globalen Markterfolges unserer Branche.“

Airbus Helicopters baute im Jahr 2016 seine Führungsposition mit einem Anteil von 47% auf dem zivilen und halbstaatlichen Markt weltweit weiter aus.

Die Zivile Zuliefererindustrie

Die deutsche Zulieferindustrie partizipiert an dem Hochlauf der zivilen Luftfahrzeug-Programme. Richter führte aus: „Unsere mittelständisch geprägte Industrie gewinnt weiterhin Programmbeteiligungen auch bei außereuropäischen Flugzeugherstellern. In allen jährlich ca. 1.800 weltweit ausgelieferten Verkehrsflugzeugen sind Komponenten ‚Made in Germany‘ enthalten – ein herausragender Erfolg.“

Die deutsche Zulieferindustrie partizipiert an dem Hochlauf der zivilen Luftfahrzeug-Programme. Richter führte aus: „Unsere mittelständisch geprägte Industrie gewinnt weiterhin Programmbeteiligungen auch bei außereuropäischen Flugzeugherstellern. In allen jährlich ca. 1.800 weltweit ausgelieferten Verkehrsflugzeugen sind Komponenten ‚Made in Germany‘ enthalten – ein herausragender Erfolg.“

Militärische Luftfahrt

Der Umsatz in der militärischen Luftfahrtindustrie stieg um 8 % auf 7,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 6,8 Mrd. Euro) und macht 20% des Gesamtbranchenumsatzes aus. Die Beschäftigtenzahl erhöhte sich um 3% auf 23.800 Mitarbeiter.

Raumfahrt

Hinter der hochinnovativen Schlüsseltechnologie-Branche Raumfahrt liegt wieder ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016. Der Umsatz erhöhte sich auf 2,9 Mrd. Euro und entspricht 8% des Branchenumsatzes. Die Beschäftigtenzahl stieg auf 8.900.

Die Publikation "Branchendaten der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie 2016" finden Sie rechts unter Downloads.
Die Original-Pressemeldung des BDLI finden Sie hier.

 Dienstag, 02 Mai, 2017  09:47 [85 days]
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